Kunst und Krempel von Moldis Dimensionsdachboden

Das Fenster in die Zeit

Ein altbekannter Gegner gibt sich die Ehre, den wir eigentlich gedanklich längst abgehakt hatten: Moldis, seines Zeichens Weltraumzauberer und eigentlich von Zhaan in der Vergangenheit aufgelöst, scheint noch nicht ganz tot zu sein, im Gegenteil, er sammelt Kraft für die Rückkehr und natürlich die lange aufgebaute Rache an der Moya Crew. Kraft für die Besprechung dieser Folge haben Juliane, Gregor und Tim auch gesammelt, war auch nötig und die paar Cracker vom letzten mal haben nicht lange vorgehalten. 😉 Gregor hat übrigens seinen Aushilfsjob ausgegeben und ist jetzt fest angestelltes Frell-Mitglied.

Was hat der alte Zausel diesmal vor?

Da er ja selber noch nicht physikalisch in der realen Welt ist, versucht er durch Kunst und Kultur Verwirrung zu stiften. Klingt strange? Ist es auch. Diese Folge spielt mit Dimensionen, Gefühlen, Phantasiewelten und vor allem inszeniert sie Moldis endgültig als völlig irre. Im Ernst, wir greifen dem Fazit nicht vorweg, wenn wir sagen, die Schreiberlinge dieser Episode müssen auf LSD gewesen sein.

Unser bisheriges Lieblings-CGI. die Raumstation

Dabei fängt alles harmlos an, Chiana und Rygel erkunden eine Handelsraumstation (“Flohmarkt”) im freien Raum. Aeryn begleitet sie quasi als Kindermädchen und das ist auch mehr als nötig, denn Rygel entdeckt schnell eine Möglichkeit die arme Händlerin über den Tisch zu ziehen, und dabei ist die so nett und will Chiana unbedingt noch ein Gemälde schenken.

Was denkt das Team?

Juliane erkennt direkt, dass die Verkäuferin mit Sicherheit nicht von einer Frau gespielt wird. Spektakulär: Darsteller ist Chris Haywood, der auch Moldis spielt.

Umsonst ist ein guter Preis für das Bild, das Chiana von der Raumstation mitbringt. Auf der Moya bastelt John mal wieder am schrottigen Tarnschirm herum. Wir brauchen alle Hobbies und John genießt die gelegentlichen Stromschläge scheinbar. Ob da Pilot an der Sicherung geschraubt hat? Ein Schelm wer böses dabei denkt.

Zhaan hat große Angst

Das Bild, das Chiana geschenkt bekommt, zeigt scheinbar die Zukunft an. Als erstes bricht sich Chiana das Bein, übrigens in einer ansonsten witzigen Szene zwischen ihr und einem DRD, der ihre Halskette gefunden und verschleppt hat.

Wir fragen uns nebenbei, warum wundert sich die gesamte Crew, dass das Bild sich ständig verändert? Digitale Bilderrahmen haben wir doch sogar heute schon! 😉

Zhaan zumindest ist sehr beunruhigt und hat sehr früh sehr viel Angst, passt so überhaupt nicht zu der Zhaan die wir kennen. Aber es KÖNNTE Taktik sein, wir wissen es ja nicht. Auf jeden Fall kommt mal wieder ihr Gedankenband zu John zum Einsatz, schön dass das wieder aufgegriffen wird und auch die Beziehung zwischen ihr und Chrichton noch mal verstärkt wird.

D’Argo, Chiana – Flirt und Tod

Chiana verbrennt, D’Argo schreit ein bisschen

Das Anbandeln zwischen den beiden geht los. Chiana schiebt den flirtenden D’Argo zwar am Ende der Szene recht unsanft weg, aber man merkt, es fängt an zu knistern.

Der Tod eilt dann auf schnellen Füßen herbei. Chiana verbrennt bei lebendigem Leib in einer Kühlkammer der Moya (WTF, wozu gibt es dort Kühlkammern?), D’Argo ist der einzige der wenigstens ein bisschen schockiert reagiert. Mal losgelöst von Rygel, der später Zhaan Vorwürfe macht, dass niemand Chiana helfen konnte.

Sinnvollerweise versucht man ja alles um das Bild loszuwerden oder zu vernichten. So einfach ist das allerdings nicht, da es sich spektakulär wieder zusammen setzt und auch nach dem Aussetzen im Weltraum *schwupps* wieder unversehrt auf der Moya auftaucht.

Dann wird D’Argo aufgespiesst und explodiert. Danach erfahren wir wenigstens was genau passiert, denn wir sehen wie er im Bild auftaucht und dort auch auf die vorher aufgelöste Chiana trifft. Aber alles ist verzerrt und surreal. Und die beiden kommen auch nicht zueinander, da sie sich in unterschiedlichen Dimensionsebenen befinden.

Zhaan tötet übrigens John nach ihrer vertrauensvollen Gedankenverschmelzung indem sie ihm einen fetten Stromschlag verpasst.

Moldis schreitet über Zhaan. Sehr symbolisch..

Space-Vampir oder Goth oder Magier

So richtig verstehen wir auch diesmal nicht, wer oder was Moldis wirklich ist. Er ernährt sich von  Angst und Energie und ist damit irgendwie ein Vampir. Er steht auf Gothic Kluft und zaubern kann er auch. Seltsame Figur. Aber irgenwie schon der Q von Farscape nur bedeutend weniger humorvoll und ein echter fieser Gegner. Nicht so gruselig wie Scorpius, da er immer nicht ganz real wirkt, aber durch das Grundkonzept seiner Figur ist er nahzu omnipotent. Auch nach der heutigen Folge ist nicht ganz klar wie er beim nächsten Mal wohl zurückkehrt. Aber dass er zurückkehrt prophezeiht auch Zhaan am Ende. Neben ihrem Geständnis, dass sie noch nie so viel Angst hatte. OK. Das war over the top und wir haben es ihr nicht abgenommen.

Irrer Space-Vampir und getarnte Händlerin. Moldis.

Auflösung

Das Trödelmarktraumschiff war nie real und explodiert am Ende. Moldis wird mit der geballten Schusskraft der DRD’s und Aeryns Abfangjägerkanone wieder in seine Gefängnisdimension zurück geschickt und alle können nach Zhaans erfolgreicher Taktik Moldis in Sicherheit zu wiegen erfolgreich aus dem Bild flüchten. Also keiner tot und Zhaan kann sich jetzt von der erlittenen Angstattacke erholen.

Das war Dein Plan? – Ja, und gut? – Ja, warum sollte der nicht gut sein. 😉 (John zu Zhaan am Ende)

Unsere Bewertung (in Harveys)

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Tim
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Juliane
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Gregor
3/5

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Von Schlammpackungen und drögen Planeten

Die gewasserte Moya. Ungute Gefühle bei einem unserer Podcaster.

Die Zusammenkunft der Podcastenden zu dieser Episode war übermenschlich schwierig zu planen. Der eine versinkt in Arbeit, der andere in Wasser an Stellen wo es nicht hingehört und dann streikte auch noch zum dritten vereinbarten Aufnahmetermin die Technik.

Sparky, der Held des Tages.

Da fängt man doch an zu glauben, dass das Universum (oder Kahaynu – Erstseher: nicht klicken!) etwas dagegen hat, dass wir über diese etwas müde Folge (Folge 2 in der Produktionsreihenfolge, Folge 4 und 7 in der Ausstrahlung DE/US) sprechen. Sven und Tim starten zunächst alleine mit der Folgenbesprechung. Später gesellt sich auch noch Raphael dazu um einige erhellende Erkenntnisse einzubringen, die uns zuvor entgangen waren.

Ich, E.T. und die anderen

Es fängt eigentlich ganz spannend an. Ein schrilles Signal auf Moya, ein von heftigen Hirnschmerzen gequälter Crichton und ein Dominar der endlich mal ans Arbeiten kommt.

Schlecht aussehende Aliens, heute im Dutzend billiger.

Neben der spannenden Handlung rund um das Verstecken von Moya in einem Schlammloch, um die Signalrufe in den tiefen Raum an zuhörende Peacekeeperpatroullien zu verhindern, dem Entfernen eben jenes Signalgeräts und der Entdeckung, dass es eine Substanz gibt die auf Leviathane betäubend wirkt, gibt es leider noch den zweiten Erzählstrang auf dem Planeten.

Es ist schnell zusammengefasst: Alien sucht Leviathanbetäubungsmittel. Alien trifft auf rückständige Rasse und wird von dessen Militär gejagt. Alien freundet sich mit einzelnen Individuen der fremden Rasse an und verschwindet irgendwann wieder erfolgreich mit der gesuchten Chemikalie.

Aber bis es so weit ist, quälen wir uns gemeinsam mit Aeryn, D’Argo und John über einen all zu erdähnlichen außerirdischen Planeten (“sieht aus wie in Louissana”) und freuen uns doch an der ein- oder anderen Stelle, dass die Autoren sich auch selber über das billige Setting lustig machen. (“Diese Glübirne könnte auf der Erde hergestellt sein”).

Anthony Simcoe als Ka D’Argo. Wird gerne mal angekettet. Hat aber immer noch “Zunge”..

Abschließend bleibt noch festzuhalten: Z’haan kann Schmerzen teilen, Rygel hat nie gearbeitet, D’Argo und Aeryn verbindet ein Respekt unter Kriegern und John hat Heimweh. Und ach ja, Moya ist der zweite Leviathan in der Sagenwelt der Leviathane, der anscheinend jemals auf einem Planeten gelandet (und wieder gestartet) ist.

Und jetzt mal ehrlich

Cayde Tasker als Alien-Sohn Fostro. Der Elliot dieser Farscape-ET-Hommage

Ja, die Folge hat ihre Längen. Aber wir erfahren doch nebenbei einige spannende Dinge, die uns vorher nicht bekannt waren. Außerdem werden tiefgründige Gespräche geführt und Zugeständnisse gemacht, mit denen man nicht gerechnet hätte. Insgesamt also doch eine sehenswerte Folge und im Hinterkopf behalten wir immer die wohlige Hoffnung, dass das Geld das für das Setting in dieser Folge gespart wurde in das der nächsten Folge geflossen sein könnten. Lasst euch also überraschen wie es weitergeht.

Aus dem Cast verlinkt

Der Bechdel Test – Zur Messung der Feminismuskompatibiliät von Medienproduktionen?


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