Anwälte, kleine Tricks und Hannibal Lecter

Zhaan wird angeklagt

Verfolgt von Angst und Furcht

Diese Folge von Frell ist wie ein guter Wein, sie ist gereift und ist jetzt so richtig schön vollmundig um von euch genossen zu werden. 🙂 Juliane, Alex und Gregor besprechen im Trio diese Folge die eigentlich die Staffelpremiere sein sollte, sie wurde allerdings später weiter nach hinten geschoben.

John, Aeryn und D’Argo sind auf einem Planeten voller Anwälte gestrandet. OMG, ist das nicht eine schöne Vorstellung? Direkt nach dem Gangster- oder Politikerplaneten kommt schon der Anwaltsplanet.

Zhaan wird des Mordes angeklagt, der Rest der Crew übernimmt die Verteidigung. Soviel sei vorab verraten, am Ende kommen sie nur mit einem gewieften Kniff aus der Chose wieder heraus.

Die Richterin in ihrer schönen Kluft

Die Handlung setzt das verrückte Verhalten von Zhaan zum Ende der ersten Staffel fort, die Mannschaft ist noch nicht wieder auf Moya zurück. Aber endlich klärt sich auch, was mit D’Argo und John bei der Explosion der Basis im Vakuum des Weltalls geschehen ist.

Die Handlung jenseits der Erlebnisse auf dem Planeten kann man eher vernachlässigen. Die wirkt doch arg konstruiert. Interessant dagegen der Aufbau und sogar der Name des Planeten. Litigate, wie passend.

Recht und Gesetz

Am Anfang steht die Strassenverkehrsordnung. Zhaan wartet noch brav an der Ampel. Und dennoch landet sie relativ schnell hinter Gittern, nicht wegen der Ampel sondern weil sie die Hauptverdächtige in einem Mordfall wird. Uns gefallen die Kostüme der Litigaten, die eine Reminiszenz an Q aus Star Trek oder den Valiard aus Doctor Who darstellen. Sehr kreativ und schön gemacht. Wenn man 80er Jahre Doctor Who Trash mag. Auf jeden Fall ist das rot der Anwältskutten ein toller Kontrast zu Zhaans blau. Die ganze Episode baut auf Trennung und Unterscheidung auf.

Rygel arbeitet im Verteidigungsteam

Der Pflichtverteidiger ist trotz der geringen Strafe von 10 Tagen Knast nicht wirklich hilfreich, könnte daran liegen, dass ihm die selbe Strafe wie dem Angeklagten droht, wenn einen Fehler begeht. Wer will da schon den Job gerne machen oder ein zu großes Risiko eingehen?

Mehr als konstruiert sind wirklich die Szenen bei der Verbrechensaufklärung, mit spontan einsetzenden Scheinwerfern genau auf den Ort des Verbrechens und mehr als omnipotenten Strafverfolgern. Etwas übers Ziel hinaus finden wir.

Immer nur ein Verbrechen gleichzeitig

Zhaan wird wenigstens während sie auf ihre Verhandlung wartet vom Vorwurf des Verkehrsverstosses freigesprochen. Super. Da freut sich sich, bleibt nur noch die Mordanklage. Aber sehr seltsam wie unbürokratisch sich die ansonsten sehr formalen Anwälte in dieser Sache auf einmal verhalten. Und dieser Gerichtssaal, als wäre er direkt von Cardassia Prime ins Farscape Universum gebeamt worden.

Gefährliche Verbrechensaufklärung

Gesegnet seien die Barmänner

Zum Glück kennen sich Barmänner auf dem Anwaltsplaneten mit Rechtsgeschichte aus. So erfahren wir von einer deutlichen einfacheren Rechtssprechung (Axiom), die immer noch gilt. Wunderbar, das bietet sich ja für Zhaan Verteidigung quasi an. Sehr lustig Rygel in seiner Rolle als Verteidiger, als er sich zu sehr aus dem Fenster lehnt und ihm klar wird, dass er nicht lügen darf, und er seinen Einspruch wieder zurück zieht. Entlarvend aber sehr lustig.

Ausgerechnet Chiana muss ihn darauf hinweisen. Dabei ist sie doch charakterlich sehr ähnlich und nicht in der moralischen Position Rygel zu ermahnen.

Auf jeden Fall hilft der gute Barmann noch ein weiteres Mal als er sie auf das Licht der Wahrheit hinweist. Interessant, so langsam verlieren wir wirklich den Respekt vor diesem Volk. Sollten Anwälte wirklich auf eine aufleuchtende Fackel bei der Wahrheitsfindung vertrauen? Naja, aber ein schöner Effekt und die Chance Zhaan freizubekommen.

Sollten wir uns fragen, warum Zhaan auf einmal im Hannibal-Lector-Gedächtnisoutfit in Leder vorgeführt wird? Aber wahrscheinlich mögen Anwälte von Haus aus kleine klerikalen Outfits, schlecht für Zhaan..

Blaue Augen und der Mond

OK, blauäugige Einwohner dürfen bei Mondlicht nicht raus, erst recht nicht bei doppeltem Vollmond. Das gibt üble Hautverbrennungen. Das ist mal kreativ, hat was vampirisches. Aber irgendwie passend zu Anwälten.

Ende gut, alles gut

Zhaans Halluzinationen

Die Gedanken an John halten Zhaan aufrecht. Uns gefällt sehr das Zwiegespräch, das hier dargestellt wird. Es verleiht der Beziehung der beiden weitere Tiefe. Das hatte sich in Staffel 1 ja bereits an mehrere Stellen angedeutet. Aber auch sehr schön, dass Aeryn auch auftaucht. Es ist zwar immer noch das Thema, dass Zhaan loslassen muss und sich selber kümmern muss. D’Argo, der ebenfalls vertreten ist, stellt einen anderen Charakterteil von Zhaan dar. Sehr schön.

Nygel und Chiara oder der kleine Londo

GREEEEEGOR. Merk Dir das mal! Rygel und Chiana. Nicht Londo. 😉

Was denkt das Team?

Leider eine Folge voller Plotholes, schlechter Kulissen und nicht besonders erinnerungswürdig. Durchschnitt. Der Kontext fehlt jetzt irgendwie, weil die Episode an der falschen Stellen gesendet wurde. Das Ende wird zu schnell abgewickelt, „Licht der Wahrheit“? Das ist echt billig. Schön allerdings wirklich die Halluzinationen und die Rahmenhandlung von John und Zhaan. Für Gregor stellt die Folge leider einen Tiefpunkt in der bisher gesehenen Farscapehistorie dar. Schade, das muss besser werden!


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Alex
3/5
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Gregor
2/5
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Juliane
2/5

Sei mein Love General

Lust und Schmerz liegen für D’Argo dieses mal nahe zusammen

Das Ritual der Erneuerung

Ka D’Argo hat das zweifelhafte Glück auf eine sterbende Orican-Priesterin zu treffen. Da sich diese verjüngen kann (mit von der Moya geklauter Energie), kann er die Gelegenheit nutzen und endlich mal wieder Beischlaf mit der eigenen Art praktizieren. *cringe*

Schön für D’Argo, Fremdschämmomente für John und auch für uns, die wir uns im Trio aus Alex, Gregor und Tim zusammengefunden haben um uns über luxanische Volksrituale zu informieren. Und dann das..

Die alte Hexe Nilaam bevor sie sich verjüngt

Es beginnt noch harmlos mit einem fiesen Mattepainting, enttäuschend für Farscapeverhältnisse, haben wir doch erst im letzten Podcast die schicken Paintings gelobt. Es ist diesmal kein schöner Planet und das obwohl das Bild des Außenpostens als Vorlage die Sagrada de Famiglia in Barcelona zum Vorbild hatte. Leider nicht mal annähernd so schön gelungen wie das Original.

Zhaan, John und D’Argo treffen in glänzenden neuen Kostümen auf dem Planeten ein. Gregor erinnert Johns tolles Lederoutfit an die Zenobiten aus Hellraiser.

Auf dem Planeten

Nilaam in jung, äußerst sexhungrig..

Die Priesterin und ihr Diener leben anscheinend völlig allein in einem riesigen Palast auf einem einsamen Planeten. Was treiben sie da nur so allein? Warum ist das alles so herrschaftlich? Das passt alles nicht so ganz.

Nilaam ist zunächst recht ungehalten, als das Team bei ihr eintrifft. Warum die drei da sind, ist uns auch nicht ganz klar. Neugier?! Als sie D’Argo erkennt, wirft sie ihn zunächst raus, vielleicht weil sie neidisch auf seinen schönen Bart ist? Aus der Trivia wissen wir, dass die weiblichen Luxaner produktionsseitig zunächst auch als Bartträger geplant waren. Nein, D’Argo hat mit den Tattoos auf seinen Tentakels ausgegeben, dass er den Rang eines Generals trägt. Das stimmt aber nicht, er ist auch viel zu jung dafür.

Die guten Gründe die er dafür hatte, kann er später noch darlegen, und dann gehts auch bald los damit die Orican in den Tod zu begleiten. Interessante Frage, die John später aufwirft: Was ist an den Orican eigentlich so f**** besonders, dass sie nicht alleine in den Tod gehen können, wie jeder andere auch? Berechtigte Frage..

Waschtag, Chiana im Amnexustrog

Amnexus? „Wann bin ich eigentlich zu Deiner Sklavin geworden?“

Sehr witzige Szenen als wir zum ersten mal Chiana in der Waschschüssel erleben. Sie wäscht für Leute die sie nett findet, als Aeryn ihr dreckiges Zeug dazu schmeisst mit der Aufforderung: „Wasch das auch“, weigert sie sich mit dem Hinweis, wann wäre sie eigentlich ihre Sklavin geworden. Sehr schlagkräftig und witzig. Das Verhalten von Aeryn natürlich grottig.

Als D’Argo auf dem Planeten Schmerzen erleidet, horcht Chiana auf der Moya auf, als hätte sie es gehört. Was soll das? Wie funktioniert das? Ist Chiana schon irgendwie mit D’Argo verbandelt? Seltsam..

Der Dominar zum Korken degradiert

Rygel stopft das Loch

Jetzt wissen wir auch: Rygels Hintern passt perfekt in Hüllenbrüche, zumindest in den Bruch, der auftritt aufgrund der Folgen von Nilaams Energieabzug. Comedy Relief Momente..

Im Zuge der Analyse erfahren wir einige interessante zeitliche Hintergrunddetails über Leviathane und ihre Piloten. Leviathane leben ca. 300 Zyklen, Piloten leben in natürlicher Umgebung ca. 1000 Zyklen. Sprich sie opfern für ihre mobile Existenz als symbiotische Lebensform auf einem Leviathan knapp 700 Zyklen ihrer Lebenszeit. Das ist schon harter Tobak oder Rock’n’Roll Lifestyle. 😉

Zum Glück ist Moya nach Angaben von Pilot noch jung. Also bleibt noch viel Zeit, bis sie wirklich erste Alterserscheinungen zeigen wird.

Chiana ist gefangen

Einblicke und Erkenntnisse

Interessant finden wir, dass das Aussehen von D’Argo in die Handlung eingebaut wurde, hier die Tätowierungen auf seinen Tentakeln als Rangabzeichen. Schöne Idee.

John ist von Beginn an permanent sehr genervt und gegen die Orican voreingenommen. Er hatte ja im Grunde recht, aber es war deutlich zu übertrieben dargestellt.

Warum ist die Orican nicht früher mal zurück zu ihren Leuten gereist wenn sie „Luxan Prime“ doch so vermisst? Jetzt ist sie zu alt, aber sie wüsste wo sie hinmuss. Leider stirbt sie endgültig, bevor sie D’Argo die Adresse geben kann. Pech..

Farscape zeigt nach der Story rund um Mordis erneut „Magie“. Das verschiebt diese Science Fiction Serie leicht in den Fantasybereich. Mutig aber es funktioniert.

Anthony Simcoe wurde extra für die Kamera so drappiert, dass der Makeup Ansatz am Hals nicht sichtbar ist. Diese Information schreit für uns geradezu nach einem neuen Podcast: D’Argo sein Hals? 😉

Diese ganze Sexsache und die tiefe Verbindung zwischen D’Argo und Nilaam können wir nicht nachvollziehen. Die ganze Sache ist super gespielt, aber erreicht den Zuschauer nicht richtig. Gottseidank gibt es die Chianaszenen die humorig vieles wieder rausreissen.

Eine Lösung für dieses Dilemma wäre gewesen, dass man die Nilaamhandlung über mehrere Episoden aufgebaut hätte. Das hätte dem ganzen mehr Tiefe gegeben und bestimmt besser funktioniert.

Nilaam ist tot, D’Argo am Boden zerstört. Aber das Leben geht weiter

Zitate

>> Ich hab Rygel in meinen Notizen als "Der Kleine Londo" (Gregor)
>> Der schwebende Säbel im Raum war für mich irgendwie zu viel (Alex)
>> Ihr Outfit ist ein bisschen Star Wars (Gregor)
>> Geiler schmutziger angezogener Sex (Alex)

Unsere Bewertung (in Harveys)

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Tim
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Alex
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Gregor
3/5

Aus dem Cast verlinkt

SF-RADIO.NET ist tot


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Gregor
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